„Franzi, wie hast du das gemacht?“ werde ich oft gefragt. „Das“, damit meinen die meisten die 30.000 Follower auf Instagram, die in den letzten 1,5 Jahren zu mir gefunden haben. Und auch wenn ich persönlich nicht finde, dass ich die prädestinierteste Person bin Tipps zu geben, denn andere sind viel besser als ich, möchte ich hier meine two Cents dazu geben, was es meiner Meinung nach auf Instagram wirklich braucht.

Also, haltet die Home Buttons fest, es geht los.

  1. Sei du selbst

Oh Gott, ich fange wirklich mit dieser Floskel an. Wenn ihr den Beitrag jetzt noch nicht weg geklickt habt, möchte ich euch wirklich folgendes ans Herz legen: Egal was ihr mit Instagram machen möchtet, egal um welches Thema es gehen wird – es wird in der Regel persönlich. Sich zu verstellen, permanent, ist viel viel viel zu anstrengend. Das zehrt Kräfte die ihr an anderen Stellen braucht. Ich sag euch jetzt schon: Es wird euch keinen Spaß machen. Ihr werdet aufhören.

Authentizität ist ein großes Thema auf Instagram und gerade die besonders authentischen Accounts die alle Facetten ihres Lebens zeigen, kommen an. Ich verstehe das auch total und mag selbst auch eher die ehrlichen und hautnahen Accounts. Das heißt nicht, dass ihr die Kamera auf jedes Chaos halten müsst oder euch selbst bei einem emotionalen Breakdown filmen solltet, wenn ihr das nicht wollt. Aber seid auch nicht zu glatt – jeder macht Fehler. Jeder hat Dinge die er nicht so gut kann. Einzugestehen, dass man vielleicht den Haushalt oder die Lebensplanung nicht immer krass drauf hat, macht euch nicht schlecht, sondern ehrlich.

Also, sei du selbst – alles andere gibt es schon. Und keiner will der Kopie von der Kopie von der Kopie folgen. Langweilig.

2. Hab was zu sagen und sag‘ es auch

Content is key, sagt man so schön. Und auch wenn ich es total okay finde wenn man mal nur einen Dreizeiler vorfindet, so wird das auf Dauer leider etwas langatmig. Um guten Content zu schreiben brauchst du kein Sonderwissen in Quantenphysik oder musst besonders lustig sein. Eigentlich, musst du nur du selbst sein (siehe Punkt 1) und darüber sprechen / schreiben was DICH bewegt. Was interessiert dich? Wofür brennst du? Was geht gerade in deinem Leben vor?

Und dann schreibst du darüber. Dabei ist es absolut uninteressant was und ob andere darüber schon geschrieben haben – denn DEINE Meinung und DEINEN Blickwinkel hat noch keiner gehört.

Ich vergleiche das gern mit Plots in der Literatur. Es gibt nur ein paar Hände voll Plot Strukturen and trotzdem Milliarden Bücher. Sollen wir jetzt keine neuen Bücher schreiben weil „Boy meets Girl“ schon in Romeo und Julia beschrieben wurde?

3. Sei aktiv – schätze die Community

„Franzi mein Account läuft nicht, was mach ich falsch?“ auf diese Frage antworte ich immer das gleiche: „Wie aktiv bist DU denn?“ Und da liegt meist der Hase im Pfeffer. Instagram ist ein soziales Netzwerk. Sich feiern zu lassen für seine geistigen Ergüsse ist vielleicht für die ganz großen noch drin – für die meisten, kleineren Accounts (und da zähle ich auch mich mit rein) definitiv nicht. Eigentlich ist es auch ganz logisch: ich unterstütze niemanden den ich nicht mag. Und wenn ich ihn nicht kenne, kann ich ihn ja gar nicht mögen. Korrekt? Also: Community Pflege. Bevor ihr irgendwelche Panik-Posts in die Welt donnert weil ihr heute noch nichts gepostet habt, schnappt ihr euch eure Nachrichten und antwortet. Dann antwortet ihr auf die Kommentare unter euren Bildern. Vernetzt euch mit den Leuten die euch folgen. Folgt Leuten die ihr toll findet. Huch keine Zeit mehr zum Posten? Willkommen – das ist Instagram. 

4. Instagram ist eine visuelle Platform

Einfacher gesagt als getan: Gebt euch Mühe mit euren Bildern. Das ist das erste, was User von euch sehen. Zuerst das Bild, dann der Text. Ein guter Text wird (leider) selten gelesen, wenn das Bild dazu nicht das Interesse weckt. Schaut das es helle, klare Bilder sind in guter Auflösung. Dazu braucht ihr kein Profi Equipment, das habe ich auch nicht. Aber bei guten Tageslicht fotografieren hilft schonmal ungemein.

Viele haben ein Farbschema, wenn ihr das hinkriegt und durchziehen könnt, ist das ein absoluter Bonuspunkt. Ich liebe aber auch die „bunt durcheinander“ Feeds. Aber in der Regel werdet ihr auch hier feststellen, dass es ein geordnetes durcheinander ist. Also nicht drei mal hintereinander eine Nahaufnahme, dann fünf Selfies und vier Blumen-Bilder. Sondern Blume / Nah / Selfie / Food o.ä. Ein grobes Konzept kann am Anfang helfen. stellt euch einen Grid, also mal neun Bilder zusammen. Ich nehme dafür „UNUM“ und schiebt sie, um zu schaue wie es harmonisch wird. Aber auch hier gilt: ihr müsst nicht perfekt sein. Das meiste ergibt sich mit der Zeit. Und wenn euch solche Vorgaben mehr Hemmen als Nützen, dann lasst ihr das.

5. Haters gonna hate

Nun ein Rat, den ich mir selbst gerne vor 1,5 Jahren gegeben hätte. Denn wer Punkt 2 befolgt der wird mit dem in Punkt 5 früher oder später konfrontiert werden: Hassnachrichten. Und damit meine ich nun wirklich keine freundliche Kritik oder einen Denkanstoß. Ich meine wirklich Hass. Du weißt was ich meine wenn du es siehst. Naja, auf jeden Fall kann ich euch nur eins empfehlen: lesen (könnt ihr ja nicht vermeiden), durchatmen, Nachricht löschen, User blockieren. Und dann vergesst ihr das alles wieder. 

Es wird immer wieder Menschen geben die ihre Negativität auf andere abwälzen müssen weil sie es selbst nicht ertragen. Ihr seid im Internet leicht greifbar und man fühlt sich euch „nah“ sodass die Hemmschwelle noch kleiner wird. Das Problem, dass Leute haben, die Hass im Internet verbreiten, liegt bei ihnen selbst und nicht bei euch. Macht euch das klar, trichtert euch das ein. Ein dickes Fell schadet auch nicht. 

6. Hab die richtigen Freunde

Ein für viele eher sensibler Punkt, aber auch einer der immer wieder von großen Bloggern geraten wird. Und ich denke es stimmt auch irgendwo. Mit anderen Accounts die ähnliches machen wie ihr vernetzt zu sein, ist definitiv nichts schlechtes. Das kann man nicht erzwingen, das entsteht einfach. Geht auf Events, Quatscht mit anderen und tauscht euch aus. Und seid bereit zu geben und nicht nur zu nehmen. Ich folge vielen Bloggern. Sehe ich einen Beitrag der mich anspricht, teile ich ihn gern in meiner Story und erzähle auch was zu der Person dahinter.

Man kann gemeinsame Hashtag Challenges umsetzen, Gewinnspiele veranstalten, sich gegenseitig unterstützen und Tipps geben. Das ist unglaublich hilfreich, wenn man die richtigen und ehrlichen Menschen dazu hat.

Ich habe zu vielen Kontakt und vielleicht eine Handvoll engster Vertrauter, die ich immer konsultiere wenn ich etwas neues machen will. Denen ich Ideen präsentiere oder die ich anrufe, wenn ich mal nicht weiter weiß.

Instagram soll Spaß machen

Wen ich bis jetzt noch nicht vergrault habe, dem möchte ich wirklich nochmal ans Herz legen das Instagram Spaß machen soll. Macht, was euch glücklich macht. Was euch Freude bringt. Sagt, was ihr in die Welt hinaus tragen wollt. Jeder hat etwas zu sagen. Aber eine große Reichweite auf Instagram ist auch immer mit Zeit und Arbeit verbunden. Es wird euch nicht in den Schoß fallen. Aber es kann verdammt großartig werden.

Kommentiert doch mal, wie groß ist euer Account und über was schreibt ihr? Wer mag verlinkt ihn mir gern damit ich stöbern gehen kann!

Fotocredit: geht zu @zeitmitdir – ein wundervolles Fotografen Team aus Erfurt die hautnahe Familienreportagen (und hochwertige Bilder *hust* 😉 ) machen.